Aus unserer Reihe: Wohnen auf kleinstem Raum

Microhäuser

Während die meisten noch nach einem größeren Haus, dem perfekten Grundstück oder den perfekten Hausentwurf suchen, oder ein weiteres Stockwerk und weiteren Raum anbauen wollen, heißt der neue Trend jedoch Microhäuser: also, Wohnen auf kleinstem Raum und dabei doch alles was man braucht, um sich zu haben.

Es gibt verschiedene Gründe für ein Umdenken im Wohnen und der Wohnkultur: Einerseits ist es ja allseits bekannt, dass die Städte immer bevölkerter und Wohnungen immer knapper werden, zum anderen wird Bauen und Wohnraum teurer, man muss viel mobiler sein heutzutage und somit sich auf das Wesentliche reduzieren. Eine Wohnung muss schnell aufzugeben sein, und Zelte müssen schnell abgebrochen werden können, um in einer neuen Stadt ein neues Zuhause zu finden. Daher ist es für viele auch eine Erleichterung möglichst ballastfrei und mit möglichst wenig zu leben, aus Lifestyle-Entscheidungen heraus und vielleicht auch aus dem Bewusstsein heraus, dass Klimawandel und gesellschaftlicher Wandel ein Umdenken und Umstrukturieren unserer bisherigen Lebens- und Wohngewohnheiten bedeuten.

Daher also kann man den Erfolg von Mikrohäusern und -unterkünften ableiten.
Mikrohäuser sollte man nicht gleichsetzen mit Wohnwagenunterkünften – Microhäuser sind für ein bis zwei Personen gedacht, und bieten meist verschieden Bereiche zum Schlafen und Wohnen, sowie „Zubehör“ eines gebauten Hauses wie beispielsweise Küche, Bäder, und auch Terrassen, oder sogar Garagen.

Philosophie
Unter denjenigen, die Mikrohäuser verkaufen, bauen und bewerben, gibt es verschiedene Projekte mit verschiedenen Philosophien.

Für Gesellschaften, in denen Mobilität eine wichtige Rolle spielt, wie beispielsweise die USA, ist es sehr wichtig, dass die Mikrohäuser möglichst schnell auf- und abgebaut werden können, leicht sind und gut transportierbar.

Desweiteren ist es bei den meisten Projekten wichtig, dass die Mikrohäuser möglichst ressourcenschonend gebaut sind – aus nachwachsenden Rohstoffen, mit Solaranlagen versehen und keiner großen versiegelten Fläche bedürfen. Hier hinter steckt vielleicht ein genereller Trend, ein Leben zu gestalten, dass auf Nachhaltigkeit Acht gibt und auch ein Zusammenleben in Zukunft ermöglichen wird.
Durch das Designen von Mikro-Unterkünften wird ebenso der immer weiterwachsenden Anzahl an Single-Haushalten Genüge getan, eine Wohnart zu bieten, die diesem Lebensstil entspricht, Mobilität gewährleistet und gleichzeitig auch einer einzelnen Person ein Eigenheim bietet.

Der finanzielle Aspekt
Auch aus finanzieller Sicht lohnt es sich, zumindest einmal den Erwerb einer Mikro-Unterkunft oder eines Mikrohauses in Betracht zu ziehen. Im Vergleich zu einem Hausbau oder der Sanierung einer eigenen Wohnung ist ein solches durchaus auch finanziell eine geringere Belastung. Auch bietet es den Vorteil, dass beispielsweise Grundstücke, die sich für traditionelle Bauweisen nicht eignen, und somit eventuell preislich attraktiver sind, bebaut werden können.

Für Familien
Auch für Familien werden Mikrohäuser immer interessanter. Die meisten Mikrohäuser können praktischerweise im Baukastenprinzip auch erweitert werden können und sind somit auch für eventuellen Familienzuwachs geeignet. Andersherum gibt es allerdings auch Beispiele bei denen Großeltern und deren Kinder mit Familie, ein zusätzliches Mikrohaus in der Nähe bauten, Großeltern und Kinder die Häuser tauschten, sodass die Großeltern sich verkleinerten, die Familie aber ein ganzes Haus zur Verfügung hatte und gleichzeitig drei Generationen in nächster Nähe wohnen konnten, ohne die Gewohnheiten und Privatsphäre des anderen zu stören.

Zu Bedenken
Es erfordert natürlich auch eine gewisse Disziplin der Bewohner, mit einer vergleichsweise geringen Privatsphäre auszukommen, sich von vielen Dingen, die nicht unbedingt notwendig sind, zu trennen und Ordnung zu halten, da es in so kleinem Raum schnell einmal unordentlich sein kann. Man kann auch nicht seinen 30. Geburtstag in großem Stil zuhause feiern, dazu sind 30 oder auch 50 m2 eventuell ein wenig zu klein, aber man hat ja Optionen – nicht zuletzt, da die meisten Mikrohäuser ja auch mit Terrasse konzipiert wurden, sodass man eine Feier eventuell auch nach draußen verlegen kann.

Design und Konzipierung
Dennoch setzen Microhäuser auch optisch durchaus Akzente, denn durch den Platzmangel muss auf Tricks wie besonders platzsparende Möbel mit größtmöglichem Stauraum und minimalistische Ausstattung zurückgegriffen werden. Klare Linien und ein durch und durch modernes Design verstehen sich von selbst, um den Wohnraum optisch zu vergrößern.

Solche Projekte sind vor allem aber auch angelegt um einen Gemeinschaftsgeist zu fördern und beispielsweise in München gibt es bereits Projekte besonders für Studenten, die sich kaum Wohnraum in den Großstädten leisten können. Ebenso sollen in Berlin Mikrounterkünfte gebaut werden. Diesen Unterkünften ist vor allem gemein, dass sie nicht nur design-technisch interessant sind, sondern vor allem, dass aufgrund des Platzmangels viele Gemeinschaftsfläche geschaffen wird, auf der sich das soziale Leben der Bewohner auch abspielt.

Und auch wenn dies nicht ganz den Geschmack eines jeden trifft, viele Ideen und die Philosophie hinter den Mikrohäusern könnten auch für Menschen interessant sein, die auf kleinem Raum wohnen und sich hier ein paar Dinge abschauen möchten.

Weitere Tipps und Infos unter folgenden Quellen:

https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article13410160/25-Quadratmeter-Minihaeuser-kosten-nur-30-000-Euro.html

http://www.sueddeutsche.de/stil/micro-haeuser-wohnraum-auf-diaet-1.2701345

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/anders-wohnen-kleines-haus-ganz-gross/13649706.html

http://www.micromedia.li/microhouse/index.php/moderne-kleinbauten

 

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